Tag des Waldfriedhofs Führung

Beim Tag des Waldfriedhofs, der heute zum dritten Mal stattgefunden hat, gab es viel Wissenswertes zu erfahren. Neben der Führungen, bei denen sich die Besucher über die unterschiedlichen Bestattungsarten und ihre Möglichkeiten informierten, war auch Hartmut Kempf vom NABU zu Gast. Er hat den Waldfriedhof aus der Sicht eines Naturforschers untersucht und spannende Fakten zu Tage gefördert.

Bei einem eigenen Rundgang machte er die Teilnehmer auf die Besonderheiten aufmerksam.

Zunächst wies er auf die besondere Lage hin: „Hier ist es ganz ruhig, der Verkehrslärm nimmt immer weiter ab, je weiter man in den Waldfriedhof hineingeht. Das liegt an der vorteilhaften Gliederung und hängt auch mit dem Verkehrskonzept zusammen. Selbst der Lieferverkehr fährt maximal bis zu den Funktionsgebäuden.“ Der Schutz vor Lärm wird immer wichtiger. Die Idee des Waldfriedhofs kommt aus München, wo der damalige Stadtbaudirektor Hans Grässel 1912 einen solchen naturnahen Friedhof erstmals einrichtete. Der Zella-Mehliser Waldfriedhof war 1946 angelegt worden und 1951 wurden hier die ersten Bestattungen vorgenommen.

Wie Hartmut Kempf herausgefunden hat, war auf dem Gelände zuvor ein Heidelbeer-Fichtenwald. Das ist eine von mehreren unterschiedlichen Waldarten, in der sich bestimmte Tier- und Pflanzenart besonders gut ergänzen. „Solche Wälder gibt es immer weniger. Vielleicht existiert dieser Waldtyp bald nur noch in Zella-Mehlis auf dem Waldfriedhof. Normal bewirtschaftete Wälder können nicht den Lebensraum für so viele unterschiedliche Arten bieten“, sagt er und verweist auf die 30 bis 40 Vogelarten, die es auf dem Waldfriedhof gibt. Buchfink, Kohl- und Blaumeise nennt er als bekannte Beispiele.

An einer Buche direkt hinter der Trauerhalle hat er ein wunderbares Beispiel für die Artenvielfalt auf dem Waldfriedhof entdeckt. Hier wachsen, auch für den Laien erkennbar, zahlreiche Moose und Flechten. Im unteren Beriech des Stammes befinden sich drei unterschiedliche Moosarten. Weiter oben sind die Flechten zu Hause: Blattflechten, Krustenflechten, Pflaumenflechten, Bartflechten und Wolfstöterflechten. Diese heißen so, weil sie giftig sind. Oben in der Krone und durch das Laub nicht erkennbar wachsen zudem Alpenflechten. Sie stammen aus den Alpen und leben normalerweise an der Baumgrenze. „Sie leben im Baum so weit oben, weil sie möglichst viel Licht benötigen. Wir können sie erst entdecken, wenn sie eigentlich schon abgestorben sind und deshalb herunterfallen“, so der Experte.

Moose und Flechten passen ihren Lebensrhythmus ganz der Feuchtigkeit an. Wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist oder gar Nebel herrscht, leben sie auf. Wenn es über längere Zeit trocken ist, können sie hingegen ruhen und brauchen dann auch nicht viele Nährstoffe. Flechten fungieren als Filter für unsere Atemluft, denn sie ernähren sich von Stoffen, die für uns schädlich sind. Auch an anderen Stellen auf dem Waldfriedhof weist Hartmut Kempf die staunenden Besucher immer wieder auf Moose und besondere Pflanzen hin. „Schade dass es so trocken ist, sonst würden wir sicher auch viele Pilze sehen. Es ist gut, dass hier Flächen ohne Buschwerk freigelassen werden, das ist optimal für Pilze“, sagt er. Auch sonst ist er voll des Lobes für die Mitarbeiter des Waldfriedhofs, die offenbar bei ihrer Arbeit immer im Sinne der Natur mitdenken. Immer wieder gibt es kleine naturbelassene Ecken, die Rückzugsorte für Lebewesen aller Art sind. „Schön ist auch, dass die Bäume hier so alt werden können. Birken werden 120, Fichten 150 und Buchen mehr als 200 Jahre alt. Doch die Gelegenheit haben sie im Wald nicht mehr, höchstens noch in Parks, Friedhöfen oder entlang mancher Feldwege.“

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Tag des Waldfriedhofs Flechten   Hospizgruppe  

Um ein ganz anderes Thema ging es bei einem anderen Vortrag später am Tag. In der Trauerhalle war Ines Ansorg von der Hospizgruppe Suhl und Umgebung zu Gast. Sie sprach über die Arbeit dieser Gruppe, die komplett aus ehrenamtlichen Mitgliedern besteht. Sie haben aber alle eine spezielle Ausbildung, mit der sie anderen Menschen bei der Trauerarbeit helfen können. In der Gruppe unterstützen sie Personen, die den Partner, ein anderes Familienmitglied oder enge Angehörige verloren haben. Sie haben Hinweise, wie man mit dem Verlust umgehen kann und bieten Gesprächsgruppen an, in denen man über die Menschen, die man vermisst, sprechen kann. „Besonders anerkennenswert ist, dass die Mitglieder der Hospizgruppe sich dieser schwierigen Aufgabe völlig ehrenamtlich widmen“, lobt Inge Kessel, die Leiterin des Waldfriedhofs.

Beim Tag des Waldfriedhofs waren natürlich auch Bestattungsunternehmen dabei, die vor allem zu rechtlichen Fragen beraten konnten. Dank des selbstgebackenen Kuchens der Mitarbeiterinnen vom Fachdienst Stadtentwicklung und Bau kamen die Besucher und die Experten sehr schnell miteinander ins Gespräch, so dass an diesem Tag wirklich viele Fragen beantwortet wurden. Die Eindrücke zu den unterschiedlichen Bestattungsarten nehmen die Besucher mit nach Hause und einige von ihnen besprechen sicher in einer ruhigen Minute mit ihren Kindern das Thema und machen es ihnen so einfacher, eines Tages in ihrem Sinn zu entscheiden.

Ein sehr informativer Flyer „Waldfriedhof Zella-Mehls – akutelle Informationen über Bestattungsarten und Kosten“ liegt auf dem Waldfriedhof aber auch im Rathaus aus und hilft dabei sicher weiter.

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