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Nico Grimm, Michael und Gerhard Bader mit der Meister-Urkunde des Firmengründers

„Projektierung, Lieferung und Montage von Schließanlagen jeglicher Größenordnung“ steht ganz bescheiden auf der Internetseite des Unternehmens – doch welche großen Projekte dahinter stecken, erfährt man nicht auf Anhieb. Oder wussten Sie, dass die Schließsysteme der Semperoper in Dresden, des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin oder des Internationalen Seegerichtshof in Hamburg alle aus einer Hand stammen? Aus einem Unternehmen in Zella-Mehlis!

Wie es dazu kam, darüber hat sich Bürgermeister Richard Rossel bei Gerhard Bader, Inhaber von Bader Sicherheitstechnik (Bahnhofstraße 55) informiert, als er zum 80-jährigen Bestehen des Unternehmens gratuliert hat. Gerhard Bader hatte das Unternehmen von seinem Vater übernommen und war schon als Kind mittendrin an den unterschiedlichen Werkbänken. „Mein Vater Kurt Bader hat mit 17 Jahren eine Demmeldrehbank (Drehbank mit Fußantrieb) bekommen und darauf sehr erfinderisch herumgebastelt. Zwei Jahre später (1933), im Alter von 19 Jahren, hat er sein erstes Patent angemeldet, für einen Türschließer.“ Das Patent für ein „Türband mit Einrichtung zum selbsttätigen Schließen und Schlagdämpfen der Tür“ markiert zusammen mit dem Meisterbrief des Werkzeugmachers den Beginn der Unternehmensgeschichte am 1. Juli 1939.

Selbstständigkeit über Jahrzehnte bewahrt

Diese konnte Kurt Bader nicht lückenlos fortschreiben, denn einen Monat später wurde er zum Krieg eingezogen und kam dann 1943 wegen einer Verletzung nach Hause zurück. „Er war in Frankreich, Lappland und am Polarkreis. Dabei war er zum Glück nie an erster Front, sondern im Hintergrund aufgrund seines handwerklichen Geschicks als Waffenmeister tätig. Vor allem aus Frankreich brachte er viele Ideen für seinen Betrieb mit, beispielsweise Vorhangschlösser und Schlüssellochsperren.

„Die ganze DDR-Zeit über war mein Vater selbstständig, hat sich erfolgreich dagegen gewehrt, in einer PGH aufzugehen“, berichtet Gerhard Bader. Maximal fünf Mitarbeiter konnte er so beschäftigen, zunächst am Standort in der Krone (Talstraße), ab 1953 in der Bahnhofstraße 55, wo bis heute der Sitz des Unternehmens ist. „Dabei gab es bessere und schlechtere Zeiten. Ich kann mich gut erinnern, wie viele Sorgen meine Eltern hatten. Fehler wurden gesucht, man hat versucht, die Leute klein zu kriegen.“ Ende der 1950er Jahre sollten alle Handwerksbetriebe in PGH (Produktionsgenossenschaften des Handwerks) umgewandelt werden, Anfang der 1970 dann in VEB (Volkseigener Betrieb). Doch Kurt Bader konnte seine Selbstständigkeit bewahren.

1951 kam Gerhard Bader zur Welt und er wuchs im Betrieb mit auf. „Ich war immer zwischendrin, habe mir die Maschinen angeschaut und beobachtet, was man damit herstellen kann. Das hat mich schon sehr interessiert.“ Werkzeugmacher hat er schließlich gelernt, im Bebelwerk, und danach wollte er studieren. In zwei Jahren holte er nebenbei sein Abitur nach – zum Studium gehen durfte er jedoch nur, weil für die „Quote“ noch Arbeiter gebraucht wurden und zwischen Lehrende und Studium sechs Monate Arbeit, erneut im Bebelwerk, lagen. So galt Gerhard Bader auf einmal als Arbeiter und nicht mehr als Sohn eines Selbstständigen – sonst hätte das mit dem Studienplatz nicht geklappt.

Vom Rat des Kreises in die Fußstapfen gedrängt

In Dresden studierte er von 1970 bis 1974 Maschinenbau und war anschließend, zurück in Zella-Mehlis, in der Thüringer Kugellagerfabrik in der Betriebsprojektierung tätig. Das hat ihm gefallen, noch heute leuchten seine Augen, wenn er davon erzählt. Inzwischen gehörten Ehefrau und zwei Söhne zur Familie. Doch dann war es so 1979 weit, dass sein Vater in Rente gehen wollte. Plötzlich war die politische Linie eine ganz andere als die, mit der es in den Jahren zuvor so große Probleme gegeben hatte: Die DDR-Wirtschaft brauchte den Handwerksbetrieb – er war der einzige Hersteller von Schlüssellochsperren „Sperrfix“ auf dem Gebiet der gesamten DDR. 120.000 Stück davon wurden jedes Jahr in der Zella-Mehliser Bahnhofstraße hergestellt. Die Idee dazu hatte der Vater aus Frankreich mitgebracht – Absatz fanden sie bei Innenbaubetrieben, Wohnungsgenossenschaften und sogar bei den sowjetischen Streitkräften. Der Rat des Kreises drängte daher Gerhard Bader, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, damit die Produktion weitergehen konnte.

„Natürlich habe ich den Betrieb gern übernommen, sogar sehr gern. Die Arbeit meines Vaters fortzuführen, mit der ich schon aufgewachsen war, das war schon etwas Besonderes – auch wenn ich es mir bei den vielen Sorgen meiner Eltern nie so richtig vorstellen konnte“, erinnert er sich. Nach nur wenigen Jahren kamen jedoch ganz andere Gedanken: „1989 wurde alles anders. Schon Monate vorher hat man es gespürt, es war eine ganz andere Stimmung im Land.“ Doch wie sollte er als Geschäftsmann auf die neuen Zeiten reagieren? Im März 1990 fuhr er zur Eisenwarenmesse nach Köln. „Systematisch bin ich dort die langen Gänge abgelaufen, habe das Angebot mit meinen eigenen Ideen verglichen. Nichts passte dazu. Aber ich habe auch Leute kennengelernt, die mir ehrlich helfen wollten. Von denen habe ich mir Rückenwind geholt.“

Ein guter Tipp war der neue Markt mit Nummernschildern. „Ein Berufskollege aus Würzburg hat mir geholfen, wir waren die ersten, die den Leuten hier in der Gegend die neuen Nummernschilder prägen konnten“, erinnert er sich schmunzelnd an die Aufbruchzeit. Nach einem Jahr hat er diesen Verdienst aber wieder an den Nagel gehängt und sich auf den Schlüsseldienst konzentriert. „Briefkästen waren damals der große Renner. Es gab ja noch keine Baumärkte bei uns.“ Schließlich kam eine Anfrage vom Amtsgericht Suhl: Gerhard Bader sollte ein Angebot für einen Fristenbriefkasten abgeben. 40 Gerichtsstandorte im gesamten neuen Freistaat Thüringen hat er schließlich mit solchen Fristenbriefkästen ausgestattet und war so sehr viel unterwegs.

Ein entscheidendes Telefonat

„So kam ich auch nach Stadtlengsfeld und dort habe ich eine Baustelle für eine Reha-Klinik entdeckt. Mit meinem neuen, gerade mal 30 Kilogramm schweren Mobiltelefon habe ich gleich vor Ort beim Bauherren angerufen und gefragt, ob er dafür ein Schließsystem benötigt. Das hat tatsächlich geklappt!“ Wie sich herausstellte, war dieses Telefonat ein sehr wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung der Firma. Nicht nur in Stadtlengsfeld war man sehr zufrieden mit der Arbeit von Gerhard Bader und so machte er sich nach und nach einen Namen mit Schließsystemen für Krankenhäuser, später auch für Pflegeheime und andere öffentliche Einrichtungen.

„Dass ich so viel reisen konnte und dabei Einblick in so unterschiedliche Aufgabenfelder bekommen habe, das hat mir am meisten gefallen bei meiner Arbeit. Ohne eine starke Familie und gute Mitarbeiter wäre das alles nicht möglich gewesen“, erzählt er. Sehr interessant waren unter anderem die Aufträge der Semper-Oper und der Deutschen Staatsoper Berlin. „Hier konnte man im wahrsten Sinne des Wortes hinter die Kulissen schauen.“

Nach einem langen Arbeitsleben ist er nun froh, einen Teil der Verantwortung abgeben zu können. Sein Sohn Michael wollte das Unternehmen nicht allein übernehmen und hat sich deshalb einen Geschäftspartner an Bord geholt, den er bei seiner Ausbildung zum Kommunikationselektroniker kennengelernt hat. Gemeinsam haben Nico Grimm und Michael Bader das Unternehmen Bader & Grimm Sicherheitstechnik GmbH neu gegründet. „Das ist ganz gut so. In den Schließsystemen spielt Elektronik eine immer größere Rolle. Dafür sind die jungen Leute gerade richtig aufgestellt. Und ich übernehme jetzt nur noch die Aufträge, die mich ganz besonders interessieren“, sagt Gerhard Bader mit einem großen Lächeln im Gesicht.

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