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Bürgermeister Richard Rossel mit Eberhard und Jila Büchel.

Ein weltweit agierendes Unternehmen mit Wurzeln in Zella-Mehlis konnte Bürgermeister Richard Rossel kürzlich anlässlich des 100-jährigen Bestehens besuchen. Dass ist alles andere als selbstverständlich, denn nach dem Zweiten Weltkrieg war die Unternehmer-Familie Büchel auf demütigende Art und Weise enteignet worden. Aus tiefempfundener Liebe zu seiner Heimatstadt, die er nach Jahrzehnten in Fulda noch immer empfand, kehrte Erhard Büchel nach der Wende nach Zella-Mehlis zurück und baute hier wieder einen Zweig des Unternehmens auf, so dass die Firmengeschichte am Ort ihrer Wurzeln fortgesetzt werden konnte.

Mit der Produktion von Stimmgabeln hatten die Brüder Hugo und Karl Büchel am 1. Januar 1920 ihr Unternehmen in der Reißmannstraße gegründet – dort ist es auch heute wieder zu finden. Bereits nach drei Jahren erfolgte die Umstellung auf Fahrradteile, die bis heute der Schwerpunkt des Unternehmens an all seinen Standorten sind: In Deutschland gibt es Zweigbetriebe in Fulda, Oederan, Barchfeld, Rothenburg/Saale und Eislingen/Fils. Zudem ist die Büchel-Gruppe in China und Indien vertreten.

Bei ihrer Begegnung berichtete Geschäftsführer Erhard Büchel Bürgermeister Richard Rossel sichtlich bewegt davon, wie seine Vorfahren Thüringen verlassen mussten. Direkt nach dem Krieg war das Unternehmen demontiert worden. Maschinen und Ausrüstung waren 1945 unter sowjetischer Besatzung abgebaut und auf 34 Eisenbahnwaggons Richtung Osten transportiert worden. „2004 waren wir zu Gast in einer Fahrradfabrik in Minsk. Dort haben wir die Maschinen mit dem Büchel-Schriftzug wiedergefunden. Die deutsche Qualität wurde noch immer gelobt“, sagt er. Mit einigen Maschinen, die vorher bei Verwandten versteckt worden waren, haben die beiden wieder angefangen zu arbeiten. Das Material war in der Planwirtschaft immer knapp, doch eines Tages wurde komplett falsches Material geliefert: Es war eigentlich für die Glockenfabrik in Bad Liebenstein bestimmt. Ein Anruf dort bestätigte: Die Lieferungen waren vertauscht worden. Das wollten die Unternehmer beider Betriebe auf kurzem Weg klären und Hugo Büchel machte sich mit dem Lkw auf nach Liebenstein. „Unterwegs wurde er jedoch angehalten, des Schwarzhandels beschuldigt, der Lkw beschlagnahmt und dann in der Folge der Betrieb entschädigungslos enteignet“, berichtet Erhard Büchel von diesem entscheidenden Tag der Firmen- wie auch der Familiengeschichte.

Im Zug auf dem Rückweg nach Zella-Mehlis wurde er von Freunden, die kurzerhand in Oberhof zustiegen, gewarnt, dass er verhaftet werden soll und keinesfalls zu Hause aussteigen soll. Hugo Büchel fuhr also weiter bis Meiningen und ging dort über die grüne Grenze. In Fulda konnte er sich schließlich ansiedeln und ebenfalls wieder ins Fahrrad-Zubehör-Geschäft einsteigen. Seine Frau und seine Familie folgten bald nach. Schnell nahm das Unternehmen auch in Fulda Fahrt auf, 180 Leute hatten dort Arbeit.

Betriebsrundgang mit Werkleiterin Iris Schmidt sowie mit Geschäftsführer Ehrhard Büchel und Bürgermeister Richard Rossel.

Nach dem Tod seines Vaters sprang Erhard Büchel im Alter von 23 Jahren ins sprichwörtliche kalte Wasser und expandierte als eins der ersten deutschen Unternehmen nach Malaysia. Auch in China lief die Lizenzproduktion an und im ersten deutsch-chinesischen Joint-Venture wurden Reflektoren für Volkswagen hergestellt. Den politischen Umbruch erlebte Erhard Büchel so schon in China im Frühjahr 1989, zur Zeit der Ereignisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, wo die Revolution keineswegs so friedlich verlief wie im Herbst 1989 in der DDR. Weil er längst schon Geschäfte mit der DDR machte, konnte Erhard Büchel mit einem Dauervisum einreisen. „In Meiningen hat man mir eine Kerze in die Hand gedrückt, und plötzlich war ich mitten drin, in einer Montagsdemonstration“, erinnert er sich.

Ganz wichtig war ihm aber gleich nachdem die Mauer gefallen war, an die Leistungen von Onkel und Vater auch direkt hier in Zella-Mehlis wieder anzuknüpfen. „Hier hat schließlich alles seinen Ursprung genommen. Wir müssten nicht unbedingt ausgerechnet hier produzieren, aber wir möchten es eben“, betont er. Gleichzeitig lobt er auch die Charaktereigenschaften der Zella-Mehliser, die er zu schätzen gelernt hat: „Der Zusammenhalt ist hier unwahrscheinlich stark. Die Menschen sind hilfsbereit, herzlich und warmherzig“, begründet er, warum er mit den Menschen hier gerne arbeitet. Dabei hat der Betrieb an der Reißmannstraße eine betont soziale Ausrichtung: Hier arbeiten auch Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt sonst schlechtere Karten hätten als andere.

Noch immer bildet die Herstellung von Fahrradzubehör den Schwerpunkt der Büchel GmbH & Co. Fahrzeugteilefabrik KG. Heute werden LED Fahrradbeleuchtung, Speichen und Nippel, Radschützer und Gepäckträger hergestellt. 4 weitere Marken gehören, neben der Marke BÜCHEL, zum Unternehmen: VUELTA und EXAL (Felgen und Laufräder), WITTKOP (Fahrradsättel) und SEKURA (Fahrradschlösser). Selbst als Zulieferer in der Automobil-Industrie hat man sich mit HMM (Kunststoffspritzguss) und GEKA (Reflektoren, Warndreiecke) einen Namen gemacht. Dieses Angebot richtet sich gleichermaßen an Hersteller, die es in ihrer Produktion einsetzen, wie auch an den Zubehörmarkt. Dafür arbeitet Büchel eng mit dem Fahrrad-Fachgroßhandel,einschlägigen Handelshäusern, sowie mit namhaften Internetanbietern zusammen.

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