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Wie in vielen Orten in Deutschland ist heute auch in Zella-Mehlis der Volkstrauertag begangen worden.
Bürgermeister Richard Rossel und der Stadtverband der CDU hatten gemeinsam zum Gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt an das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf den Lerchenberg eingeladen.

Bürgermeister Richard Rossel begrüßte die Anwesenden, unter denen neben dem CDU-Stadtverband Mitglieder der anderen Stadtratsfraktionen und Vertreter von Vereinen und Verbänden der Stadt, so von der Schützenvereinigung und dem Feuerwehrverein, waren. Er nahm gleich zu Beginn Bezug auf die aktuellen Geschehnisse in Paris. "Wir trauern mit Frankreich", sagte er und gedachte der 129 Menschen, die bei den Terroranschlägen am Freitagabend in der französischen Hauptstadt ums Leben kamen.

Das Totengedenken übernahm Marco Bader, der Vorstand des CDU-Stadtverbands. "Unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung", sagte er. Walburga Reinhardt, Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, griff ein Einzelschicksal heraus. Sie erinnerte an das Leben von Alfred Pitsch, einem Zella-Mehliser, der kurz nach seiner Hochzeit in den Zweiten Weltkrieg eingezogen wurde.

Dicken Stapel Briefe mitgebracht

Sie hatte Gelegenheit, all die Briefe zu lesen, die Alfred Pitsch von seinen unterschiedlichen Stationen nach Hause an seine junge Frau geschrieben hat. "Seine Tochter, 1941 geboren, und seinen Sohn, 1943 geboren, konnte er nur an den wenigen Urlaubstagen kennenlernen, die er in unserer Stadt verbringen konnte", erinnerte sie und verwies auf den dicken Stapel Briefe, die sie mit ans Denkmal gebracht hatte.

Sein letzter Brief vom 22. Dezember 1944 kam aus der Region am Schwarzen Meer. Seither fehlt der Familie jedes Lebenszeichen von ihm, Alfred Pitsch gilt bis heute als vermisst.

Mit einem Zitat von Albert Einstein schlug sie den Bogen in die Gegenwart: „Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen." "Ich habe das Gefühl, wir haben den dritten Weltkrieg übersprungen und sind bereits im vierten angekommen", sagte sie angesichts der Gewalt und Kriege, die es aktuell auf unserem Planeten gibt und bei dem Jugendliche, fast noch Kinder, kämpfen müssen. "70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sind wir mit dem Volkstrauertag in der Realität angekommen und haben nun die Gelegenheit, aus der Geschichte zu lernen."

Walburga Reinhardt schloss ihre Rede mit einem Zitat von Erich Klausener: "Friede ist mehr als Nicht-Krieg. Friede bedeutet Versöhnung, Annäherung, Ruhe in Ordnung, Menschlichkeit für alle Menschen. Friede ist nur durch menschliches Umdenken zu erreichen. Vor allem muß aus den Herzen alles Mißtrauen gebannt werden."

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